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Geschrieben von Hagen Leuner   

Tilo Pfeifer (15.08.1938 – 10.09.2007)
Gründer und Motor der Helmut-von-Bracken-Schule

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Ein pädagogisches oder eher philosophisches Gespräch? 

Initiator und Gründer unserer Schule war Tilo Pfeifer. Er war zunächst Volksschullehrer an der Volksschule in Volkartshain. Im Jahr 1963 übernahm er die Sonderklasse für lernbehinderte Schüler in Schlitz. Sehr bald bemerkte er, dass es im Vogelsberg Kinder gab, die überhaupt keine Schule besuchten, es waren geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Nur wenige von ihnen – eben die, deren Eltern es sich leisten können, - wurden in Heimen betreut. Die meisten aber lebten in ihren Familien. Viele von ihnen erfuhren dort nicht die geeignete Förderung, viele waren nicht in die dörflichen und kleinstädtischen Gemeinschaften im Vogelsberg integriert.

Während der Recherchen zu seiner Hausarbeit am Ende seines Sonder-schulstudiums fand Tilo Pfeifer im Altkreis Lauterbach mit Hilfe der damaligen Amtsärztin Dr. Mechthild Faust insgesamt 25 schulpflichtige Mädchen und Jungen, die zu Hause waren, die nach seiner Überzeugung aber eigentlich in einer besonderen Schule lernen sollten.

Also betrieb Tilo Pfeifer mit allem Nachdruck und mit all seiner Überzeugungskraft den Aufbau einer Sonderschule für Praktisch Bildbare im und für den Kreis Lauterbach.

Am 11. Januar 1971 war es endlich so weit: Die Schule nahm im Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts in Herbstein ihre Arbeit auf.

Diese Schule, die später den Namen Helmut von Brackens tragen sollte, entwickelte sich unter seiner Leitung schnell zu einer der profiliertesten Sonderschulen im Land Hessen. Über drei Jahrzehnte leitete Tilo Pfeifer diese Schule. 1984 zog er mit ihr in einen wunderschönen Neubau um, den er zuvor gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen konzipiert und geplant hatte – ganz wie es seinem Verständnis von Führen und Leiten entsprach.

Tilo Pfeifer erkannte sehr früh, dass eine gute Schule allein die Situation geistig behinderter Menschen noch nicht entscheidend verbessern würde. Er ging deshalb von Anfang an davon aus, dass ein Netzwerk von Institutionen und Einrichtungen geschaffen werden müsste, die allesamt auf eine bessere Förderung der behinderten jungen Menschen über die Schule hinaus hinzielten. Unter seiner maßgeblichen Mitwirkung entstanden so im Laufe der Zeit die Lebenshilfe mit ihren beschützenden Werkstätten und Wohnheimen im Vogelsbergkreis, die Frühförderstelle, die Jugend- und Elternberatungsstelle, der Verein zur Förderung geistig behinderter Schüler e. V. (der Förderverein der Helmut-von-Bracken-Schule) und anderes mehr. Im Jahr 1988 erhielt Tilo Pfeifer für seine Verdienste den Ehrenpreis für vorbildliche Sozialarbeit im Vogelsbergkreis.
 
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